Gegen Gewalt an Frauen! Und Männer raus?

T-Shirt mit der Aufschrift "Nein zur Gewalt an Frauen"Ein Bericht von Christina Jaritsch
Wien: Am 25. November kämpfen jährlich Solidarische weltweit gegen Gewalt an Frauen. Anlässlich dieses Tages findet in Wien eine Demonstration statt. Drei Vertreterinnen des Frauenforums Salzkammergut (FFS) beteiligen sich aktiv daran. „Weil es uns nicht wurscht ist!“, so Pauline Lahnsteiner, Obfrau Stellvertreterin des FFS.
Die Demo findet im Rahmen der Aktionstage „Sechzehn Tage gegen Gewalt an Frauen“ statt, online läuft die Aktion unter dem Hashtag #16tage. An der Rossauer Lände im neunten Bezirk versammeln sich um achtzehn Uhr zwischen hundertfünfzig und zweihundert Menschen, um für die Rechte von Frauen, Mädchen, Lesben und Transidentitäten auf die Straße zu gehen. Zugleich demonstrieren sie gegen das Patriarchat, Sexismen und sexuelle Gewalt.
Laut WHO (World Health Organisation) erfahre weltweit ein Drittel der Frauen häusliche und somit oft auch sexuelle Gewalt.

Sichtbar Machen
Gewalt an Frauen werde oft versteckt ausgeübt, Stichwort häusliche Gewalt. Eine Demonstrantin fordert, dass diese Form von Gewalt den Schritt vom privaten Raum in die Öffentlichkeit schaffen müsse. „Je mehr wir auf der Straße sind und Zeichen setzen, desto besser.“, so die Frau.
Der Meinung ist Marianne Lahnsteiner, Beirätin im FFS auch, doch: „die Demonstration wurde sehr wenig publiziert. Man hätte mehr Menschen mobilisieren können.“ Es sind zwischen hundertfünfzig und zweihundert Menschen auf der Straße. Zum Vergleich: Als 2013 das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium zusammengelegt wird, können in Wien innerhalb von wenigen Tagen 9500 Menschen für eine Demonstration mobilisiert werden.
Die Organisatorinnen der Demo gegen Gewalt an Frauen wollen kein Interview geben.

Cis- Männer raus- aber was is’ Cis?(c)Christina-Jaritsch_1
Cis Männer sind laut Definition Männer, die als jene zur Welt kommen und sich weiterhin als männlich identifizieren. Im Informationsblatt zur Demonstration steht ein explizites Verbot: „Alle Cis- Männer (auch solidarische) haben in der Demo nicht zu suchen! Sei solidarisch indem du dich mit deinen Privilegien beschäftigst, den Raum von Frauen*, Lesben*, Trans* und Intersex- Personen nicht einschränkst und spar uns die Diskussion!“
Die Vertreterinnen des FFS sehen diese Haltung gegenüber solidarischen Männern kritisch. „Das geht so nicht, man soll niemanden davon ausschließen, sich für ein so wichtiges Thema stark zu machen. Diese strikte Ausgrenzung schreckt ab.“, so Pauline.
Als sich ein junger Mann der Demonstration nähert und fragt, wofür oder -gegen sie stattfände, wird er von einer Demonstrantin mit den Worten vertrieben, „Du musst Abstand halten. Geh weg.“
Mit Worten setze man bzw. frau Zeichen, „wenn man als Frau Männer aus dieser Debatte ausschließt, kann man sich auch keine Kooperation oder Solidarität erwarten!“, so Marianne.