Vorstand

Vorstandsfrauen

In der Generalversammlung, am 7.12.2010, wurden für die Periode bis 07.12.2014 folgende Vorstandsfrauen und Beirätinnen gewählt:

 

Vorstandsfrauen:

Gertrude Piontek, Obfrau

Franziska Zohner-Kienesberger, Obfrau Stellvertreterin

Augustina Spitzer, Kassierin

Sonja Spitzer, Kassierin Stellvertreterin

Mag.a  Ingrid Lahnsteiner, Schriftführerin

 

Rechtsbeirätinnen:

Mag.a  Brigitte Steinhuber-Kals

Mag.a  Jutta Dorfner-Zohner

 

Fachbeirätinnen:

B.A. Dr.in Elisabeth Charlotte Rumpf

Mag.Irmgard Schwaiger

Eva Kornberger

Augustina Spitzer

Ingrid Ulrich

 

Rechnungsprüferinnen:

Elisabeth Mrazek

Regina Neuböck

 

 

 


 


Am Anfang war die Frau…

Kein Verein ist von Anfang an existent, jedes Forum macht seine ganz eigene Entwicklung durch, Gemeinschaften müssen sich immer erst bilden – so auch das Frauenforum Salzkammergut. Um die Geschichte des Vereins näher zu beleuchten traf Birgit Reinbacher jene Frauen, die schon von Anfang an dabei sind.

„Frau sein“ bedeutet für mich… 
… eine spannende Entwicklung (Gertrude Piontek)
… ein spannendes Leben (Franziska Zohner)
… möglichst kreativ und veränderungsfreudig sein (Guggi Spitzer)

Wie entstand die Idee, ein Frauenforum zu gründen?
Im Jänner 1988 fand die erste Sitzung statt. Wir waren damals noch kein Verein, sondern mehrere kleine Gruppierungen. Der damalige Kaplan Harrant führte diese Gruppierungen zusammen, die aus den ÖVP-, SPÖ-, evangelischen, katholischen und unab-hängigen Frauen bestanden. Damals nannten wir uns „Ebenseer Frauenforum“, waren aber noch kein Verein. 1987 gab es bereits die ersten Frauenfilmtage. Durch den Weggang des Kaplans wurde jedoch alles unverbindlicher und durch Themendifferenzen trennten sich nach und nach sowohl die parteilichen, als auch die kirchlichen Gruppierungen von den unabhängigen Frauen. Dafür trafen wir uns fortan mit Frauen, die auch aus der Umgebung stammten. Alle waren irgendwie auf der Suche, da es keine Alternative in der Region gab. 1992 waren wir beispielsweise sehr aktiv. Auf frauenfeindliche Zeitungsartikel haben wir sofort reagiert. In dieser Zeit sind wir sehr oft angeeckt.

Wer war bei der Gründung dabei?
Von Anfang an dabei waren Gertrude Piontek, Franziska Zohner, Ingrid Lahnsteiner, Brigitte Loidl, Guggi Spitzer, Elisabeth Rumpf und die Lammer Annemarie.

Mit welchen Schwierigkeiten musstet ihr euch anfangs auseinandersetzen?
Wir waren vielen Attacken ausgesetzt, weil wir uns quer legten. An so etwas gewöhnt man sich jedoch mit der Zeit. Es war schön zu sehen, dass wir etwas im Denken verändert haben. Ein anderes Problem war natürlich der immer-währende Kampf ums Geld und die Suche nach einem geeigneten Raum. Damals schwebte uns noch die Idee eines Frauencafés oder eines Frauenlokals vor. Doch nachdem wir diverse Lokalitäten besichtigt hatten, verwarfen wir diese Idee wieder. Schließlich wurden wir dann in der Dr. Rasperstraße fündig – und dass dies ein guter Fund war, beweist die Tatsache, dass wir bis heute dort geblieben sind.

Ab wann gab es offiziell das Frauenforum?
1995 haben wir uns dann offiziell „Verein“ genannt, vorher haben wir einfach so gearbeitet. Was uns sehr wichtig war, war die Vernetzung. Aber auch für die Subventionen war es belangreich, die Örtlichkeit nicht auf Ebensee zu beschränken. Wir nannten uns deshalb „Frauenforum Salzkammergut“. Nach diesem wichtigen Schritt, lagen unsere Prioritäten darin den Raum zu gestalten. Uns wurde auch Einrichtung zur Verfügung gestellt, was jedoch nicht unbedingt vorteilhaft war, da wir so auch thematisch bremsbar wurden. Von diesem Zeitpunkt verbesserten wir unsere Strukturen immer mehr und konnten uns sogar schon jemanden für die Bürobetreuung leisten.

Was waren, abgesehen von den Frauenfilmtagen, weitere Projekte?
1990 haben wir dann in der Bücherei einen eigenen Stand gemacht, und wurden dann bald darauf mit unseren Büchern direkt integriert. Die Bücher stammten damals ausschließlich aus unseren privaten Beständen. Uns war immer die Zusammenarbeit wichtig, wir haben immer versucht mit anderen Gruppierungen zusammenzuarbeiten, sei es auf thematischer oder räumlicher Basis. Wir wollten einerseits ein Treffpunkt sein, andererseits aber auch Beratungen anbieten und haben uns so auch nach und nach etabliert.

Was waren die ersten Ziele, die ihr euch gesetzt hattet?
Wichtig waren uns vor allem der Vernetzungsgedanke und in erster Linie das „Sichtbarwerden“. Als erst die Weberei und dann der Loden Frey zusperrten, verloren viele Frauen ihren Arbeitsplatz. Uns war wichtig, dies und andere Frauenthemen auf den Punkt zu bringen. Auch beim Frauenvolksbegehren waren wir aktiv dabei, jedoch war danach ein wenig die Luft draußen. Unser wichtigstes Ziel war immer, keinen Schritt zurück machen zu müssen.

Konnten diese auch erreicht werden?
Ja, auf alle Fälle. Wir haben es erreicht, dass wir selber Arbeitsplätze schaffen konnten, außerdem haben wir bei vielen ein Umdenken bewirkt und werden zu vielen Veranstaltungen eingeladen. Obwohl man uns für einen exotischen Verein hält, sind wir eingebettet in die Region.

Welche Rolle spielte der Ort Ebensee?
Ebensee spielte sicher in der Hinsicht eine Rolle, dass der Ort eine starke Vereinstradition hat. Jedoch gab es so etwas wie uns noch nicht, jedoch war der Bedarf da. Viele Frauengruppierungen auch aus der Umgebung waren damals auf der Suche. Beim Frauenforum selbst sind jedoch auch viele Nicht-Ebenseerinnen dabei.

Gab es auch Zeiten, wo ihr ans Aufhören dachtet?
Ja natürlich. Denn jedes Jahr wurde die Frage aufs neue gestellt, ob wir es finanziell schaffen. Denn es gibt eine Grenze nach unten. Jedoch haben wir uns mittlerweile in der Region etabliert durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Hort- und Aufgabenbetreuung.

Welche positiven Erfahrungen konnten am Anfang gemacht werden?
Die Gemeinschaft an sich war sehr positiv. Innerhalb der Gruppe fand man gegenseitige Unterstützung und lernte Menschen mit gleichen Problemen und Sorgen kennen.

Musstet ihr je auf die Hilfe von Männern zurückgreifen?
Ja, da die meisten Subventionsstellen von Männern besetzt sind. Auch die politischen Ansprechpartner sind zum großen Teil Männer. Beim Einrichten der Räume haben wir die Hilfe von Männern nur begrenzt in Anspruch genommen. Selbst ist die Frau!

Könnt ihr ein paar Meilensteine eurer Arbeit nennen?
Ein großer Meilenstein war sicher einen Raum zur Verfügung zu haben, dann die Hortgründung, das sich-Leisten-Können einer eigenen Geschäftsführung und von den Projekten her war sicher das Genderprojekt ein Meilenstein.

Haben sich die „Frauenprobleme“ im Laufe der letzten Jahre geändert?

Nein, geändert haben sie sich nicht, sie sind aber sichtbarer geworden. Die offene Diskriminierung von Frauen gibt es nicht mehr; Die Phase des Feminismus ist vorbei und vieles wird heute als selbstverständlich gesehen. Heutzutage steht vor allem die „Existenzsicherung“ als Frauenproblem an erster Stelle..

In welchen Bereichen seht ihr Frauen nach wie vor benachteiligt?
Im Beruf und in der privaten Lebensgestaltung, aber auch in Sachen Gesundheit, wenn z. B. eine Frau Beruf und Familie unter einen Hut bringen muss und somit doppeltem Stress ausgesetzt ist.

Was war/ist euch bei eurer Arbeit wichtig?
Von niemandem abhängig zu sein, jedoch muss man in der Hinsicht sicher Kompromisse eingehen, da wir ja von unseren Geldgebern abhängig sind. Wichtig ist uns auch, Frauen dazu zu motivieren sich in Gruppen zusammenzuschließen um so ihre Ziele gemeinsam zu erreichen. Wir wollen Frauen einen Platz bieten, wo sie Informationen bekommen. Oft wissen sie zu wenig und werden dann von Institutionen einfach abgekanzelt. Frauen müssen lernen, dass sie keine Bittstellerinnen sind, sondern Rechte auf gewisse Leistungen haben.

Wofür steht eurer Meinung nach das Wort „Frauenforum“?
Das Wort Forum steht ja bekanntlich für Treffpunkt, Markt. Das Frauenforum ist ein Markt der Veränderung, jeder hat Platz, speziell natürlich Frauen.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Viele engagierte Frauen, dann natürlich die finanzielle Absicherung unserer Institution und mehr Solidarität.