Die Kappen

Die Kappen wurden von den beiden Künstlerinnen Helene Benedikt und Eva-Maria Ranzenbacher entworfen. Die Kappenentwürfe von Benedikt illustrieren Ebenseer Frauengeschichte, die Entwürfe von Ranzenbacher zeigen mythologisch-sagenhafte Frauengestalten aus der Region.

Mehr als 35 Frauen haben in etwa 2000 Stunden die Kappen gefertigt. Die Holzgestelle der neun Kappen wurden vom „Glöckler-Urgestein“ Franz Neuhuber (Jg. 1928) gebaut.

Die großen (Frauengeschichte) Kappen – Länge 2,5m, Höhe 1,40 m – wiegen ca. 9,5 kg, die kleinen (Sagen&Mythen) Kappen – Länge 2 m, Höhe 1,10 m – ca. 7,7 kg.

Alle unsere Kappen sind in scherenschnittechnik ausgefertigt. Einzig die „Ebenseer-Kreuzstich-Kappe“ ist mit roter und blauer Tinte auf weißem Grund gemalt.
Mit neun Kappen sind wir in unseren Premierenlauf gestartet, doch die Anzahl wächst jährlich.

 

Das Ebenseer Lied „I da Låmbå“

1913 veröffentlichte die Salzkammergutzeitung ein Gedicht des damaligen Pfarrers Alois Lettner über „d´Låmbå“. Von dem Gedicht war die Ebenseer Oberlehrerin Maria Carolina Greil (1881 –n. 1971) derart begeistert, dass sie eine Melodie dazu komponierte. Die Kappe zeigt Motive der vier Strophen der Ebenseer „Hymne“ sowie die Notenschrift des Refrains.
Entwurf: Helene Benedikt

Perchta, die Anführerin der „wilden Jagd“

Zu ihr gehören der magische Spiegel und der Wagen, mit dem sie den Erdball umrundet. Hunde sind ihre Tiere, weiße Speisen ihre Lieblingsnahrung. Ihre Zeit ist die Zeit der Rauhnächte. In dieser Zeit darf nicht geputzt, gesponnen und gewaschen werden, denn sie ist auch die Schutzgöttin der Frauen und sorgt dafür, dass sie nicht zu viel arbeiten.
Zu ihr kommen Frauen, um sich Kraft zu holen.
Entwurf: Eva-Maria Ranzenbacher

Weberinnen

In Ebensee existierte ab 1906 bis 1992 eine Spinnerei und Weberei, die in ihrer Blütezeit bis zu 600 Arbeitsplätze bot, großteils Frauenarbeitsplätze. Die Kappe zeigt Weberinnen bei der heimischen Arbeit.
Entwurf: Helene Benedikt

Die Schlafende Griechin

Gegenüber von Traunkirchen, umrahmt von den Gasselkögeln und dem Spitzelstein, liegt die Schlafende Griechin, von der die Volkssage erzählt:
„In dunkler Vorzeit rief der greise König Dachstein die Berge seines Reiches zu sich. Den Traunstein aber verbannte der König (…) und ließ ihn einsam am Rande seines Riesenreiches stehen. In einer hellen Sternennacht kam ein Weib aus der Felsenregion und biederte sich dem Traunstein an. Da verfluchte der König Dachstein das Weib und verbannte es als leblosen Felsen für alle Zeiten an die Seite des Traunseegiganten. So liegt seit dieser Urzeit die Schlafende Griechin am Südufer des Sees.“ (vgl. Sabine Hitzenberger: Sagen & Märchen vom Traunsee, Seewalchen 1989, S. 41)
Entwurf: Eva-Maria Ranzenbacher

Ebenseer Kreuzstich

Am 4. November 1897 gründeten Marie Spanitz (1848 – 1925) und Selma Müller(1865 – 1933) die Erwerbsschule in Ebensee und entwickelten den Lehrgang derKreuzstichkunst.
Die Schülerinnen wurden zu Heimarbeiterinnen für die Kreuzstichstickerei ausgebildet. Sie erlernten den Ebenseer Kreuzstich, eine garnsparende Technik, deren Ziel es ist eine gleichmäßige und ordentliche Rückseite zu erhalten, auf der alle Stiche senkrecht und über ein Kästchen verlaufen. Die Heimarbeiterinnen bestickten vor allem Decken und Polster und erhielten ihren Lohn von der Schule, der sie ihre Arbeiten verkauften.
Entwurf: Helene Benedikt

Die gute Frau Koch / Katzenwoferl Sage

Das Leutgebhaus zu Ebensee war damals Rast für die Reisenden, die von und nach Gmunden über den See fuhren. Die wohlhabende Wirtin, die „gute Frau Koch“, sorgte wie eine Mutter für ihre Dienstboten und ließ den Armen ihr Häferl Suppe und manch gutes Bröckerl Fleisch zukommen. Auch der so genannte Katzenwoferl, der an einem Anger im Wald nahe der Kohlstatt in einer Klause hauste, durfte sich hier sein Essen holen. Als die Wirtin schwer erkrankte, betete der Katzenwoferl für ihre Gesundheit und sie erholte sich wieder. (vgl. Sabine Hitzenberger: Sagen & Märchen vom Traunsee, Seewalchen 1989, S. 53)
Entwurf: Eva-Maria Ranzenbacher

Graserweibl

Salinenarbeiterwitwen und andere bedürftige Frauen bekamen in Ebensee von der Saline das Recht, nicht bewirtschaftete Salinengründe als Weidegrund für ihre Ziegen zu nutzen. Zu diesen Gründen zählten auch die steilen Wiesen des Kalvarienbergs. Die Frauen, die dieses Recht bekamen, wurden Graserweibl genannt.
Entwurf: Helene Benedikt

Rindbachweibeln

Wenn über dem Rindbachfall Nebel hängen, so sagen die Leute: Heute waschen die Bergweibl ihre Wäsche und hängen sie an den Bäumen auf. „Einer Frau bei Ebensee warf ein Bergweibl Laub in die Schürze. Die Frau achtete das Geschenk nicht und warf es über die Felsen hinunter. Da klirrte und klimperte es wie von lauter Talern. Die Frau sprang einem Blatte nach, es war echtes Gold.“ (vgl. Sabine Hitzenberger: Sagen & Märchen vom Traunsee, Seewalchen 1989, S. 47)
Entwurf: Eva-Maria Ranzenbacher

Das Pfannhausrad und die Frauen

„Schweiß tropft, Salz zu Salz. Es kocht und glüht, es hallt und zieht, und was ist gar das? Pochen und Gehen mit den Hülzen ohne Unterlaß. Im Rad gehen sie, in der Innentrommel, die unter ihnen durchdreht und außen befestigte Kübel für Kübel in die Mutterlauge taucht, aufhebt und in die Pfann‘ gießt …. Die ersten Ebenseerinnen gehen da im Schöpfrad, (…). »He, Luitpold, der Wind hat sich dreht, sechse ist’s!«-  »Schicht habt’s!« ruft der Meister. Pause in Hitz‘ und Schwitz‘. Sie werfen noch einen Seitenblick auf die im Rad gehenden Frauen und gehen ein Bier trinken.“ (aus: Bergmann im Salz, von Dipl.-Ing. Dr. Winfried Aubell – studierter Bergbauer, Salinenzeichner und ehemaliger Salinenvorstand – Verlag Welsermühl, Wels 1981, S. 174-175.)
Entwurf: Helene Benedikt

Drei Bethen

Die Drei Bethen sind im Kreis (Symbol der Unendlichkeit und Einheit) angeordnet und symbolisieren nach den Kelten unser Leben und somit die drei Lebensalter und auch eine höhere Macht.
Wilbeth, die weisse/weise Göttin, spinnt den Lebensfaden und symbolisiert die Wieder-Auferstehung des Lebens: die Morgenseite. Darum reicht Borbeth, die schwarze Göttin, die Hand und die Wolle (oder auch den zerfallenen Faden) an Wilbeth weiter.
Wilbeth ist die junge Frau und in hellen, warmen Farben gehalten. Ihr Haar geht wie Sonnenstrahlen auseinander und ihr Blick schweift nach oben, wo ihre zweite Hand bereits in den Brunnen/Höhle der Geburt übergeht.
Ambeth, die rote und Fruchtbarkeitsgöttin, hebt aus dieser Höhle das neue Leben (Baby). Ambeth, die reife Frau, symbolisiert die Erde und befindet sich im Inneren des Kreises, des Lebensfadens; im Zentrum des Lebens. Sie ist von den Farben grün (Erde/Diesseits) auf der einen Seite und blau (Himmel/Jenseits) auf der anderen Seite umgeben.
Aus dem Geburtstunnel geht der Lebensfaden /Arm weiter zu Borbeth, der schwarzen Göttin. Sie ist die alte Frau, ihr Blick ist gesenkt und ihr Körper gebückt. Sie symbolisiert die Abendseite; die Ruhe und als Heilerin den vorübergehenden Tod. Ihre Gans ist ein uraltes Symbol für die Reise in die Anderswelt. Die weise (weisse), alte Frau ist von dunklen, kalten Farben umgeben. Sie legt den grünen, zerfallenen Lebensfaden/ Wolle in die Hand Borbeths und symbolisiert somit die Wiedergeburt des Menschen.
Entwurf: Eva-Maria Ranzenbacher

Am Stangenlift

Auf dem Ebenseer Hausberg, dem Feuerkogel, gab es den ersten Schlepplift Österreichs: Den Stangenlift.
Die Künstlerin Benedikt zeigt auf der Kappe fünf Skifahrerinnen aus fünf unterschiedlichen Epochen mit ihren jeweiligen Skiausrüstungen.
Entwurf: Helene Benedikt

Die Pflanzgartenweiber

1832 schon hat man in Ebensee begonnen bei der Aufforstung mit Lärchensetzlingen zu arbeiten. Die Setzlinge wurden in sogeannten Pflanzgärten, möglichst nahe am Ort des Bedarfs „produziert“. Die kurzen Wege zu den Aufforstungsorten, sorgten für weniger Schäden an den Setzlingen. In den Pflanzgärten arbeiteten viele Frauen.
Entwurf: Helene Benedikt

Fluderwaschweiber

FluderweiberZum Wäschewaschen kamen die Frauen in Zeiten vor der Waschmaschine am Ebenseer Fluder (Langbathbach) zusammen.
Entwurf: Helene Benedikt

Brot und Rosen

Brot und Rosen
Der Slogan Brot und Rosen stammt aus einer Rede der New Yorker Gewerkschafterin Rose Schneiderman im Jahr 1911: The woman worker needs bread, but she needs roses too. Er wurde in ein Gedicht von James Oppenheim aufgenommen, das in demselben Jahr im American Magazine veröffentlicht wurde und den Frauen im Westen gewidmet ist. 1912 wurde Brot und Rosen eine Streik-Parole und wurde auch als Lied mit dem Streik von mehr als 20.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence, Massachusetts bekannt. Seitdem gehört das Lied zur Internationalen Gewerkschaftsbewegung und zur Frauenbewegung (Internationaler Frauentag, Weltfrauentag). Quelle: Wikipedia
Entwurf: Helene Benedikt

Der Phönix, die Nixe und der Blaue Panther

Drei „märchenhafte“ Figuren für unsere ganz jungen Läuferinnen.
Entwürfe von Helene Benedikt.