frauensichtbarmachen ’07

frauensichtbarmachen

Logo: 400 Frauenjahre Ebensee

Mit dem Projekt frauensichtbarmachen hat das Frauenforum Salzkammergut wieder einmal bewiesen, dass Frauen und Mädchen in der Region eine starke und verlässliche Partnerin an ihrer Seite haben! „Ich bin sehr stolz, dass wir einer unserer Kernaufgaben, nämlich die berechtigten Ansprüche der Frauen und Mädchen zu artikulieren, ihre unterschiedlichen und vielschichtigen Lebensumstände zu thematisieren und öffentlich zu machen und dabei kompetent und professionell aufzutreten, durch die Realisierung dieses Projektes mehr als entsprochen haben.“, so die Geschäftsführerin Iris Kästel.

Das Projekt frauensichtbarmachen begann schon im März 2007 und endete mit einem Kulturabend festlich, am Freitag, den 9. November. „Dass das Projekt so erfolgreich war haben wir auch den vielen Frauen zu verdanken, die unsere Aktionen so zahlreich unterstützt haben.“, erklärte die Obfrau des Frauenforums Trude Piontek.

 

Aufklärend: History oder HerStory?

Begonnen hat das Projekt mit einem Vortrag zur Frauengeschichte in Ebensee. Die Historikerin Dr.inBrigitte Rath hat dafür in kürzester Zeit viele Informationen und Dokumente über die Geschichte der Frauen in der Region aufgearbeitet. Es wurde deutlich, dass es gilt, den Standpunkt und die Perspektive zu wechseln, von der aus Geschichte betrachtet wird. Denn der in der Regional- und Ortsgeschichtsschreibung gewählte Blick stellt immer noch gut dokumentierte Leistungen von Männern in den Vordergrund, die – so scheint es, wenn wir die Texte lesen – ihr Leben „ganz alleine“ gemeistert haben.„Dass sie fast allesamt Frauen an ihrer Seite hatten, die für sie nicht nur die Organisation des täglichen Lebens übernahmen, sondern viel zum Überleben der gesamten Familie beitrugen, bleibt ungesagt.“, so Iris Kästel und sie führt weiter aus „Es gab immer schon Frauen, die einer Erwerbstätigkeit nachgingen, aber das bleibt leider aufgrund geschlechterungerechter Formulierungen unaus- und unangesprochen, oder welche Bilder kommen Ihnen in den Sinn, wenn sie Sätze lesen wie: ‚Jeder Arbeitnehmer im Kammergut – und es gab dort eigentlich nur Arbeitnehmer – hatte in irgendeiner Form mit dem Salinenwesen zu tun’? Sehen Sie fleißige Frauen oder hart schuftende Männer? Aber wir Frauen haben es satt, dass unsere Leistungen nicht anerkannt werden und wollen uns und unseresgleichen endlich in der Geschichte wiederfinden! Frauensichtbarmachen heißt die Devise und deswegen fordern wir einen geschlechtersensiblen Blick auf die Regional- und Ortsgeschichte und eine geschlechtergerechte Sprache bei der Geschichtsschreibung.“

Einen ausführlichen Bericht zur Spinnstube finden Sie hier.

 

Spektakulär: Ein Transparent das mächtig Eindruck machte …

Transparent "frauensichtbarmachen" am Rathhaussaal EbenseeDie Jubiläumszahl 400 Jahre inspirierte das Frauenforum Salzkammergut dazu 400 Frauen sichtbar zu machen und zwar ganz einfach: „Unser Plan war 400 Frauen zu fotografieren. Und so war die Idee eines riesigen Transparentes geboren.“

Alle Frauen, die in Ebensee leben, gelebt haben, arbeiten oder gearbeitet haben, egal wo sie geboren sind, wurden aufgerufen sich fotografieren zu lassen. Und gleichsam wurden sie gebeten Porträt-Fotos ihrer Ahninnen zum Einscannen mitzubringen – unter dem Motto: „Wir alle schreiben die Geschichte Ebensees mit, sie wird von uns gemacht! Machen wir also die Geschichte, die wir wollen!!!“, kam eine überwältigende Zahl an Frauen zu den drei angesetzten Foto-Shootings.

Das Transparent, war ein wahrlich spektakuläres Zeichen gegen die Unsichtbarkeit von Frauen und es hing einen ganzen Monat lang an der Fassade des Rathauses in Ebensee und zeigte bis weit über Ebensee hinaus Wirkung.

Noch mehr Fotos und Berichte zum Transparent finden Sie hier.

 

Umfassend: Frauen – Geschichte – Ebensee

Bild von Broschüre "frauensichtbarmachen".

Ein neues Kapitel in der Geschichte Ebensees schlugen die Frauen vom Frauenforum mit dem dritten Teil des Projektes auf. Es erschien die Frauen-Festschrift „Frauen – Geschichte – Ebensee“, pünktlich zum offiziellen Festakt der Gemeinde, am 5. Oktober. „Die 60-seitige Broschüre, in der neben einem allgemeinen Artikel zur Frauengeschichte in Ebensee, von Dr.in Brigitte Rath, auch 13 Frauenporträts, zusammengestellt von Mag.a  Birgit Riedler-Engl, zu finden sind ist vielleicht der Anfang eines langen und vor allem längst überfälligen Prozesses!“, so Trude Piontek.

 

Festlich: frauensichtbarmachen Abschlussveranstaltung

BesucherInnen des Kulturabends im Zeitgeschichtemuseum.

Am Freitag, den 9. November wurde das Projekt frauensichtbarmachen mit einem Kulturabend, im Zeitgeschichte Museum Ebensee, festlich abgeschlossen. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Gertraud Steinkogler-Wurzinger, sang der 30 Personen starke Belcanto Chor aus Salzburg Chormusik aus der Zeit der Gründung der Saline und die Ebenseerinnen Edith Lemmerer und Nicole Dygruber berichteten über starke Frauen der vergangenen 400 Jahre, die sie in einer Lesung zum Leben erweckten.

Mehr als 50 Frauen und Männer trotzten dem widrigen Schneetreiben und kamen ins Zeitgeschichte Museum, wo sie gemeinsam mit dem Frauenforum Salzkammergut einen ganz besonderen Abend erlebten.

Ein wahrlich würdiger Abschluss für ein mehr als außergewöhnliches Projekt, von dem nicht nur die Ebenseerinnen und Ebenseer noch lange sprechen werden!

 

Akustisch: Die Radiosendung zum Projekt!

Logo Radiosendung: ON AIR in lila Schrift.

Die Geschäftsführerin, Iris Kästel, hat zum großen Projekt eine Radiosendung produziert! Bitte hier klicken: Radiosendung
Weißes T-Shirt mit Aufdruck "frauensichtbarmachen".

Übrigens ist die Frauen-Festschrift „Frauen – Geschichte – Ebensee“ kostenlos über das Frauenforum Salzkammergut zu beziehen.

Dort können Sie auch das „frauensichtbarmachen-T-Shirt“ erwerben; auf der Vorderseite der Schriftzugfrauensichtbarmachen, auf der Rückseite eine Abbildung des Transparents!

Nähere Infos: 06133 4136 oder per Mail: verein@frauenforum-salzkammergut.at

Unser Projekt „Frauen sichtbar machen“ wurde von der Jury des KUPF Innovationstopfes prämiert!

Wir danken für das Vertrauen und die finanzielle Unterstützung!

Logos der Fördergeber: Kupf, Kultruland OÖ, Gemeinde Ebensee.