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Feministischer Stachel

Die Bilder, die über Mädchen und Frauen in den Medien und in der Öffentlichkeit präsent sind, vermitteln oft den Eindruck bereits erreichter Gleichberechtigung von Mann und Frau. Aber wie viel davon ist tatsächlich gesellschaftliche Realität?

Alle, die im frauenpolitischen Sektor aktiv arbeiten wissen, dass strukturelle Benachteiligungen aus der bestehenden Geschlechterhierarchie nicht überwunden sind, sondern schlichtweg geleugnet und perfide dem einzelnen Mädchen/der Frau als individuelles Problem überantwortet werden. Dieser Individualisierungsdiskursim Zusammenspiel mit der gesellschaftlichen Pluralisierung –„anything goes“ – sowie der unsichtbaren und systemimmanenten Diskriminierung von Frauen belastet Mädchen und Frauen heute mehr denn je, denn die Gesellschaft verweigert ihnen so zugleich den Raum zur Thematisierung ihres Erlebens und ihrer Wahrnehmung.

Dass ihre Wahrnehmung aber mitnichten falsch ist, zeigen nicht zuletzt die jüngsten Empfehlungen des UN Komitees zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW), das im Jänner 2007 die Lebenssituation der Frauen in Österreich überprüfte. In den abschließenden Bemerkungen des Komitees heißt es:

„[das Komitee bleibt weiterhin] besorgt über die anhaltenden, tief verwurzelten traditionellen Einstellungen und Stereotypen bezüglich der Rollen und Verantwortlichkeiten von Frauen und Männern in der Familie und in der Gesellschaft. Das Komitee drückt seine besondere Besorgnis über die anhaltende Stereotypisierung von Frauen in erster Linie als Mütter und Betreuende und Männer als Familienerhalter aus. Solche Stereotypen, die den sozialen Status von Frauen untergraben und sich in der benachteiligten Stellung von Frauen in einer Vielzahl von Bereichen widerspiegeln, einschließlich des Arbeitsmarkts und beim Zugang zu leitenden Positionen, in ihrer Ausbildung und ihrer Berufswahl und in der klar abgegrenzten Aufteilung der familiären und häuslichen Aufgaben, stellen ein bedeutendes Hindernis für die praktische Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichheit von Frauen und Männern dar …“ (Übersetzung aus dem Englischen Original – CEDAW/C/AUT/CO/6 von Mag.a  Barbara Bruhbacher im Auftrag des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (es handelt sich um keine offizielle Übersetzung), Wien, 8. März 2007, Absatz 17.)

Deswegen geht das Frauenforum Salzkammergut nicht nur über die konsequente Pressearbeit, sondern in regelmäßigen Abständen auch mit Aktionen in die Öffentlichkeit, denn bewusstseinsverändernde Aktionen bringen uns wieder einen Schritt näher zur Gleichberechtigung von Frau und Mann.