2008

Das Frauenforum Salzkammergut sagt herzlichen Dank

… für das Interesse und die Teilnahme an unserer Arbeit im Jahr 2008.

Am 31. Dezember waren es wieder 366 Tage, in denen wir uns kompetent und professionell für die Anliegen der Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft eingesetzt haben.

Feminismus ist kein Schnee von gestern, nein: Feminismus ist so wichtig wie nie, denn:

+ weil Frauen mehr Einflussmöglichkeiten haben,

+ weil Frauen einflussreiche Positionen und Ämter übernehmen können,

+ weil Frauen nicht mehr nur die Erwartungen anderer erfüllen wollen,

ist es wichtig, dass wir Frauen füreinander da sind, Netzwerke bilden, Lebensentwürfe miteinander verhandeln, unterschiedlichste Lebensmodelle vorleben und uns dabei gegenseitig respektieren, aber auch miteinander streiten, denn in diesem Streit machen wir unsere eigene Freiheit und die Freiheit aller Frauen, sichtbar; und die Liebe zur Freiheit ist ansteckend!
 

Im Folgenden einige Highlights aus dem Veranstaltungsprogramm des FFS in 2008:

 
Über das Sprechen und Schweigen der Großmütter, 8.11.2008

Anja Salomonowitz und Gertrude Piontek

Der Nationalsozialismus ist in Deutschland und Österreich Teil jeder Familiengeschichte. Anlässlich der sich zum 70. Mal jährenden Novemberpogrome veranstaltete das Frauenforum Salzkammergut unter dem Titel „Vom Schweigen und Erinnern“ einen Abend mit Film & Vortrag.

Gezeigt wurde der Film „Das wirst Du nie verstehen“, von Anja Salomonowitz, Absolventin der Filmakademie Wien. Die Filmemacherin sagt: „In meinem Film geht es um drei Frauen, die dem, was in der Geschichtswissenschaft als Täter- und Opfergeneration bezeichnet wird, angehören. Mit ihren unterschiedlichen Lebensgeschichten, unterschiedlichen Erzählungen und Erinnerungen leben sie alle in einer Familie, in meiner Familie.“ Salomonowitz konfrontiert in diesem Film sich und ihre Familienmitglieder mit den unterschiedlichen Erinnerungen an den Nationalsozialismus. Sie legt dabei ihre familiäre Verbundenheit ebenso offen, wie sie die Mechanismen der Abwehr, der Verleugnung, des Erzählens und Verschweigens sichtbar werden lässt. Sie stellt Fragen, und ist, wenn sie ihre Großmutter ins Bild setzt, ebenso sehr Enkelin wie Nachkommende von Überlebenden. Der Film erhielt 2004 beim wichtigen Dokumentarfilmfestival „Visions du Réel“ in Nyon den „Prix Regards Neufs“ und lief auf vielen Filmfestivals weltweit.

Im Anschluss an den Film zeigte die renommierte Zeithistorikerin, Dr.in Margit Reiter (auf dem Foto links neben Gertrude Piontek, Obfrau des FFS) in ihrem Vortrag auf, wie der Nationalsozialismus in österreichischen Nachkriegsfamilien erinnert und an die nachfolgende Generation weitergegeben wurde. Da in den Familien keineswegs nur geschwiegen wurde, interessierte Reiter in der Forschung vor allem: was und wie erinnert und erzählt wurde, andererseits aber auch: Was ausgeblendet und tabuisiert wurde.

Ein spannender und diskussionsreicher Abend!

 

Ein zersplitterter Spiegel, ein oranges Tuch, eine Schreibmaschine

– THEATER in Ebensee, 23. Oktober 2008

Vorstandsfrauen des FFS und Schauspielerinnen des portraittheaters.

Am 9. Jänner 2008 jährte sich der 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir. Grund genug für die Drei-Frauen-Gruppe portraittheater die bedeutende französische Schriftstellerin und Philosophin auf der Bühne lebendig werden zu lassen und Grund genug für das Frauenforum Salzkammergut portraittheater für eine Aufführung in Ebensee zu engagieren.

Am Donnerstag, den 23. Oktober war es dann so weit: Die ZuschauerInnen im Kino Ebensee sahen eine eindrucksvolle szenische Collage aus Originaltexten Simone de Beauvoirs. Inszeniert von Brigitte Pointner, bravorös gespielt von Anita Zieher. Für die stimmige atmosphärische Verbindung zwischen den Texten sorgte das Violoncellospiel von Margarethe Deppe. Die immer wieder eingespielten Stimmen anderer; wie Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Nelson Algren und Alice Schwarzer, zusammen mit dem reduzierten aber sehr aussagekräftigen Bühnenbild ließen die Aufführung zu einem bewegenden Streifzug durch ein bewegendes Leben einer die Welt bewegenden Frau werden. BRAVISSIMO!

 

Weiberroas 2008 – Auf den Spuren der Partisaninnen in Südkärnten

 
Lisa Steininger

Samstag 4. Oktober/Sonntag 5. Oktober

Ziel der heurigen Weiberroas war Südkärnten. Wir folgten dort den Spuren der Partisaninnen; im slowenisch-sprachigen Gebiet südlich der Drau, gab es den größten PartisanInnenwiderstand in Österreich gegen den Nationalsozialismus.

Am ersten Tag wurde unsere Reisegruppe von Temperaturen um Null Grad eiskalt erwischt und die erste kleine Wanderung prüfte die Teilnehmerinnen hart, waren doch bis zu 40cm hoher Neuschnee in das wunderschöne Gebiet mit Blick auf die Karpaten gefallen …

Am Sonntag dann wurden wir aber auf unserer Wanderung entlang von Höfen (auf einer Höhenlage von ca. 1.200m!) mit Sonnenschein pur belohnt und die weiß gezuckerten Berge ringsum und der herbstlich bunte Wald machten die Weiberroas wieder einmal zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Zu jedem Hof gab es eine eigene Geschichte zu erzählen und ergriffen hörten wir von einer Zeit, in dem Vertrauen das Gefährlichste überhaupt war …

Großer Dank gilt Lisa Steininger (Foto), die uns an ihrem großen Wissensschatz rund um das Leben und Überleben der Partisaninnen teilhaben ließ!

 

Grenzenlos gefeiert!

die Kasabom Drummers spielten zusammen mit dem Saz-Spieler Safak Bad zum Paschen der Hoizofnmusi auf.

Um gemeinsam zu feiern, dass Ebensee eine Heimat für Menschen jeglicher Herkunft ist, lud die Pfarre, das Zeitgeschichtemuseum und das Frauenforum Salzkammergut am vergangenen Sonntag zum „Grenzenlos Feiern“ ein!

Mehr als 100 BesucherInnen ließen sich bei strahlendem Wetter von einem vielseitigen multikulturellen Buffet, einer großen Kuchenauswahl und den Klängen unterschiedlichster Musik verwöhnen.

Offiziell eröffnet wurde das Fest übrigens vom Bürgermeister der Gemeinde, Herwart Loidl, der damit ein deutliches Zeichen setzte, dass Integration auch in der Politik Ebensees ganz weit oben auf der Agenda steht.

Ein schöner Tag, ein wunderschönes Fest und dass alles so gut gelingen konnte ist unzähligen HelferInnen zu verdanken.

Zum Foto: Musik verbindet, die Kasabom Drummers spielten zusammen mit dem Saz-Spieler Safak Bad zum Paschen der Hoizofnmusi auf.

 

Verein(t) die Welt verändern! 10. Juni, 19.30 Uhr, Hotel Post

 Riki Mühlegger, Sepp u. Gertrude Piontek, Eva Sagmeister und Stefan Haslinger am Podium.

Eines wurde mal wieder deutlich: Ebensee ist außergewöhnlich!

Kulturarbeit im Gespräch: Verein(t) die Welt und sich selbst verändern!

Eine Kooperationsveranstaltung des Frauenforum Salzkammergut und der Kulturplattform Oberösterreich

Im Rahmen der Kulturplattform Oberösterreich-Kampagne „Kulturarbeit ist Arbeit!“, diskutierten am vergangenen Dienstag Obfrauen und –männer über die gesellschaftliche Relevanz von (Kultur-)Vereinen. Im großen Saal des Hotels Post ging die bunte Schar an TeilnehmerInnen der Frage nach wie Vereinsarbeit Gesellschaft gestaltet!

Unter der Moderation von Stefan Haslinger, Geschäftsführer der kupf Oö, sprachen die PodiumsteilnehmerInnen: Gertrude Piontek, Obfrau des Frauenforums Salzkammergut, Riki Müllegger, Obfrau des Kulturvereins Kino Ebensee, Josef Piontek, Vorsitzender der Friedens-Städtepartnerschaft Prato-Ebensee und Eva Sagmeister, Mitfrau im Trachtenreferat des Verbandes der Heimat- und Trachtenvereine Salzkammergut, sehr offen und deutlich von der harten (Arbeits-)Realität der so leicht und vergnüglich scheinenden Vereinsarbeit.

Aber warum investieren so viele Menschen einen Großteil ihrer Freizeit in die ehrenamtliche Vereinsarbeit? Die Antwort fiel den PodiumsteilnehmerInnen einfach: weil sie sich eine lebendige, aktive Gesellschaft wünschen in der sich die Menschen ihr Lebensumfeld selbst gestalten und fehlende Angebote „ganz einfach“ selbst schaffen.

Und dass Ebensee da ein ganz außergewöhnlich fruchtbarer Boden ist, zeigt die Tatsache, dass es in diesem Ort gleich 107 verschiedene Vereine gibt. Ohne diese vielen Vereine, wäre Ebensee ärmer, zum Beispiel ärmer an Veranstaltungen und dabei gilt zu bedenken, dass Veranstaltungen durchzuführen bedeutet Verantwortung zu übernehmen und dahinter ein wahrer „Organisationswahnsinn“ steckt, der den BesucherInnen nicht auffällt.

In Zeiten der Globalisierung und des neoliberalen Auflösens von öffentlichen Strukturen, beleuchtete die Diskussion auch kritisch die Tatsache, dass Vereine zwischenzeitlich viele Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen und so Ehrenamtlichkeit vieles, was in einer Abgangsgemeinde, wie Ebensee, nicht mehr finanzierbar ist, ermöglicht. Dies dürfe allerdings nicht darüber wegtäuschen, dass die Politik durchaus Strukturen schaffen könnte, die den Vereinen die professionelle Arbeit, die sie leisten, leichter machte – und hier ging es vor allem darum, dass finanzielle Unterstützung die allgemeine Wertschätzung, die Vereinen aus PolitikerInnenmund entgegenkommt, sehr viel glaubhafter machen würde.

 

Einen Audiomitschnitt der Diskussion finden Sie hier.

 
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KUPF – Kulturplattform Oö. Näheres zur Kampagne „Kulturarbeit ist Arbeit“ finden Sie hier: www.kupf.at
Kupf Logo - dieKupf Kulturplattform
 

 

Großer Andrang beim Frauenfilmtag in Ebensee

Überwältigender Andrang herrschte beim Frauenfilmtag des Frauenforums, bei dem die BesucherInnen zum einen die außergewöhnliche Kunst von Juliane Leitner kennenlernen und zum anderen den beeindruckenden Film PERSEPOLIS sehen konnten.

Auch das iranische Buffet, das vom Tauschkreis Ebensee beigesteuert wurde, kam hervorrragend an und war im Nu „geplündert“.

Das Frauenforum nutzte den Anlass übrigens um auf die Lage der Frauen im Iran aufmerksam zu machen und gab Gelegenheit einen Appellbrief an den Präsidenten des Iran, Mahmoud Ahmadinejad, zu unterschreiben, was zahlreiche der BesucherInnen wahrnahmen.

Hier finden Sie mehr Informationen: http://www.amnesty.at/ag-frauen/
Julia Leitner und Gertude Piontek vor Skulptur
Kunstwerk aus Kaffeebechern von Juliane Leitner
 

 

Spitzen Unterhaltung vor ausverkauftem Saal – ANDREA HÄNDLER in Ebensee!

 
Gertrude Piontek und Andrea Händler
Auf Einladung des Frauenforums Salzkammergut gastierte am 15. Februar, Andrea Händler mit ihrem Programm DISKRET in Ebensee.

Vor ausverkauftem Kino-Saal erzählte die Kabarettistin von den wahren Geschichten, die unterhalb der Gürtellinie geschehen – ohne je geschmacklos zu werden. Die ZuschauerInnen erlebten sie dabei in mehr als 10 verschiedenen Rollen, zwischen denen sie scheinbar mühelos wechselte – ein unvergessliches Schlüssellocherlebnis!

 Auf dem Foto die Obfrau des Frauenforums Gertrude Piontek mit der Künstlerin und den heiß begehrten T-Shirts der „Drachenwand“.